E-Mobilität im Tal

Die Energie-/Mobilitätswende ist in Wuppertal kein Zukunftsthema mehr, sondern längst in der Gegenwart angekommen. Die WSW Netz GmbH als städtischer Netzbetreiber bildet dabei das lokale Rückgrat und leistet mit ihrer Strominfrastruktur einen grundlegenden Beitrag zum Gelingen der ehrgeizigen Ziele - sowohl der bundespolitischen Umweltziele als auch der kommunalen städtischen Energiekonzepte. 

Die WSW Netz fördert die Netzintegration der Elektromobilität und den Ausbau an Ladeinfrastruktur in Wuppertal - stets mit einem Augenmerk auf die gewohnt hohe Versorgungssicherheit - und sorgt weiterhin für einen nachhaltigen, wirtschaftlichen und effizienten Betrieb der Stromnetze.

Wir haben für Sie nützliche Informationen rund um das Thema Elektromobiltät zusammengestellt und begleiten Sie gerne auf dem Weg zu Ihrer eigenen Ladeeinrichtung.

Allgemeines & Rechtliches

Anmeldepflicht:

Der kontinuierliche Anstieg bei den Zulassungszahlen von Elektromobilen geht mit einer stetig wachsenden Anzahl an installierten Ladeeinrichtungen einher. Der zusätzliche Leistungsbedarf wirkt sich in einem immer größer werdenden Maße auf das Stromnetz, insbesondere in der Niederspannungsebene, aus. Um rechtzeitig E-Mobilitäts-Hotspots mit ggf. erhöhtem Handlungsbedarf zu erkennen und bedarfsgerecht gezielte Maßnahmen (Netzausbau, Netzmanagement/-steuerung, etc.) einzuleiten bzw. in der Infrastrukturplanung die richtigen Weichen zu stellen, ist das Wissen um den Einbau der Ladeeinrichtung unabdingbar. 

Den entsprechenden Verordnungsrahmen liefert die Niederspannungsanschlussverordnung, wonach der Anschluss von Ladeeinrichtungen gemäß §19 Abs.2 NAV meldepflichtig ist. Ab einer Gesamtanschlussleistung der Ladeeinrichtung über 12 kVA bedarf es zudem einer Zustimmung seitens der WSW Netz GmbH.

Steuerbare Verbrauchseinrichtung - verminderte Netzentgelte:

Gemäß §14a EnWG können Elektromobile als steuerbare Verbrauchseinrichtungen anerkannt werden. Sofern die Ladeeinrichtung über die technische Möglichkeit der Steuerung verfügt, einen, vom Allgemeinstrom gesonderten Zählerplatz (eigener Zähler) aufweist und die grundsätzliche Bereitschaft zum netzdienlichen Betrieb angezeigt wurde, besteht ein Anspruch auf vermindertes Netzentgelt.

Die gewonnene Flexibilität durch die netzdienliche Steuerung ermöglicht es dem Netzbetreiber die Ladeleistungen ohne Komfortverlust für den Betreiber in verbrauchsschwache Zeiten zu verlagern.  Kritische Netzsituationen durch den vermehrten Zubau an Ladeeinrichtungen (Spannungsprobleme, Betriebsmittelüberlastung, etc.) können so vermieden bzw. entzerrt werden.

Ferner wird die Aufnahmeverträglichkeit der Netze für Elektromobile deutlich gesteigert und kostenintensive Netzausbaumaßnahmen reduziert.

Neben den günstigeren Abgaben eröffnen sich Betreibern von steuerbaren Ladeeinrichtungen zukünftig neue Möglichkeiten zur weiteren Einsparung durch netzdienliche E-Mobilitäts-Stromtarife.

Für steuerbare Ladeeinrichtungen gemäß §14a EnWG gibt die WSW Netz feste Lade-Freigabeszeiten vor. Diese sind nachfolgend aufgeführt:

täglich: 00:00 - 06:00 und 22:00 - 24:00 

Die WSW Netz behält sich vor, die Freigabezeiten gemäß aktueller Netzauslastung anzupassen.

Konzessionsabgabe - Schwachlast-KA:

Neben den reduzierten Netzentgelten können Betreiber von Ladeeinrichtungen durch die Verlagerung der Ladevorgänge in die Schwachlastzeit ebenfalls von der Möglichkeit günstigerer Konzessionsabgaben profitieren. 

Unter den nachfolgend genannten Voraussetzungen rechnet der Netzbetreiber gemäß §2 Abs.2 Nr.1a KAV eine ermäßigte Konzessionsabgabe ab:

1) Es besteht ein aktiver Netznutzungsvertrag zwischen dem Lieferanten/Transportkunden und der WSW Netz GmbH.

2) Bei dem der Ladeeinrichtung zugeordnetem Tarif handelt es sich um einen Schwachlasttarif, welcher sich an den Schwachastfenster der WSW Netz orientiert und innerhalb des Zeitfensters liegt.

Das Schwachlastfenster der WSW Netz GmbH definiert sich wie folgt:

Sonntags und an Feiertagen in NRW ganztägig, ansonsten von 00:00 - 06:00 und von 20:00 - 24:00 Uhr

3) Der preisliche Anreiz zur Verlagerung der Energiemengen muss aus dem angebotenen Schwachlasttarif deutlich hervorgehen. Laut Urteil der Bundesgerichtshofes (Az. EnZR 32/16 v. 20.06.2017) muss die Spreizung zwischen dem Schwachlasttarif und dem HT-Tarif größer als die Differenz der jeweiligen zu Grunde gelegten Konzessionssätze sein.

4) Der Lieferant hat auf Nachfrage der WSW Netz GmbH das Vorliegen der o.g. Voraussetzungen aufzuzeigen und nachzuweisen.

5) Der ermäßigte Konzessionssatz wird ausschließlich auf den Anteil der verbrauchten Arbeit im Schwachlastfenster berechnet. Die Ermittlung erfolgt hierbei über einen Doppelttarifzähler mit je einem Zählwerk für den Tagtarif (HT) und einem Zählwerk für die Schwachlastarbeit (NT). Eine rechnerische Bestimmung der Schwachlastmenge ist nicht möglich.

6) Die Umschaltung der Tarif-Zählwerke wird mittels eines Steuergerätes (Rundsteuerempfänger) gewährleistet.

Der Weg zur eigenen Ladeeinrichtung

Spätestens mit der Anschaffung eines Elektromobils ist es an der Zeit, sich Gedanken über die Aufladung des Fahrzeugs zu machen. Neben der Möglichkeit, das Fahrzeug sofern vorhanden an öffentlich verfügbaren Ladeeinrichtungen aufzuladen, kann dieses grundsätzlich an einer üblichen 230 V Steckdose erfolgen. Allerdings sind aufgrund der geringen Ladeleistung einer Schuko-Steckdose je nach Restkapazität des Elektromobils Ladevorgänge von bis zu 12h und mehr die Regel.

Deutlich komfortabler, schneller und sicherer gestaltet sich das Laden an einer eigenen "Stromtankstelle".

Gemäß dem Leitsatz: "Gut vorbedacht - schon halb gemacht" zeigen wir Ihnen auf, was Sie bei der Planung beachten sollten, und führen Sie in wenigen Schritten durch den Antragsprozess zu Ihrer privaten Ladeeinrichtung zu Hause.

1) Vorüberlegungen, Planung, Beratung 

a) Bedarf abklären

Bei der Auswahl der "richtigen" Ladeeinrichtung sollten Sie Folgendes bedenken:

  • Welche Ladeleistung benötigt das Fahrzeug/ liefert die Ladeeinrichtung? 
  • Ladeverhalten - verfügbare Zeit zum Laden? Wird vorwiegend nachts geladen?
  • ist zukünftig der Anschluss weiterer Elektromobile geplant (Zweitwagen, etc.)? 
  • Zusatzfunktionen (Last-, Energiemanagement, "Smartes Laden") sinnvoll?

b) Elektroinstallation prüfen

Die Elektroinstallation in Bestandsimmobilien ist meist für die zum Bauzeitpunkt üblichen Anforderungen konzipiert. Der Mehrbedarf durch das Laden der Elektromobile mit hoher Leistung über längere Zeiträume kann die Hausinstallation unter Umständen an ihre Auslegungsgrenzen und darüber hinaus überlasten. 

Ebenfalls sollte bei Neubauvorhaben die zukünftige Entwicklung der Elektromobilität nicht außer Acht gelassen werden. Denken Sie vorrausschauend und berücksichtigen Sie zusätzlichen Leistungsbedarf und die Anforderungen (z.B. Leerrohre für Kommunikation) bei der Planung Ihrer Hausinstallation. Spätere Änderungen und Erweiterungen sind in der Regel mit Mehrkosten und zusätzlichem Aufwand verbunden.

c) Ist Ihr Netzanschluss ausreichend dimensioniert?

Insbesondere beim Anschlussbegehren hoher (Lade-)Leistungen sollte neben der eigenen Hausinstallation ebenfalls stets der Netzanschluss bedacht werden. Stehen die benötigten Leistungsreserven ggf. nicht ausreichend zur Verfügung, muss der Hausanschluss entsprechend verstärkt bzw. die Herstellung eines Neuanschlusses erforderlich werden. Die WSW Netz GmbH erstellt Ihnen gemäß den ergänzenden technischen Anschlussbedingungen ein entsprechendes Angebot. 

Lassen Sie sich bei der Planung von einem Elektrofachbetrieb unterstützen und beraten. Fachkundige Ansprechpartner finden Sie u.a. im Installateursverzeichnis der WSW Netz GmbH. 

2) Antragstellung

Der Anschluss von Ladeeinrichtungen im Netzgebiet der WSW Netz ist für alle Leistungsklassen anmeldepflichtig. Da es sich ferner sowohl bei Bestandsanlagen als auch Neuanschlüssen stets um eine Erweiterung/Veränderung der elektrischen Anlage handelt, ist der "Antrag auf Herstellung, Verstärkung, Änderung...." zu stellen. Mit dem zusätzlich eingereichten Datenblatt "Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge" wird der Voraussetzung der Anzeige über den Anschluss von Ladeeinrichtungen entsprochen.

Bei Ladeeinrichtungen mit einer Gesamtleistung größer 12 kVA ist mit dem "Antrag auf Genehmigung des Anschlusses von Elektro-Geräten" die Zustimmung der WSW Netz einzuholen.

3) Installation

Die Ladeeinrichtung wird durch Ihren Elektroinstallateur gemäß den einschlägigen Normen und den geltenden Technischen Anschlussbedingungen installiert. Die erfolgte Inbetriebnahme der Ladeeinrichtung ist durch das ausführende Fachunternehmen der WSW Netz anzuzeigen.

a) (optional) Sofern die Ladeeinrichtung über einen separaten Stromkreis mit einem eigenen Zähler betrieben werden soll, muss zusätzlich der Einbau und Inbetriebsetzung des Zählers beantragt werden.

Die Zustimmung zur netzdienlichen Steuerung der Ladeeinrichtung gemäß §14a EnWG erteilen Sie bitte durch das Ausfüllen des entsprechenden Feldes im "Auftrag zur Inbetriebsetzung/Änderung der Verbrauchsstelle".

b)  Bei Ladeeinrichtungen mit einer Leistung über 12 kVA ist vor der Installation die Genehmigung der WSW Netz abzuwarten.

 

Weiterführende Infos rund um E-Mobilität

Nachfolgend finden Sie weiterführende Informationen rund um das Thema Elektromobilität zu...

...relevanten Normen, Verordnungen, Leitfäden

  • VDE-AR-N 4100 "Technische Regeln für den Anschluss von Kundenanlagen an das Niederspannungsnetz und deren Betrieb"
  • VDE 0100-722 "Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 7-722: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art – Stromversorgung von Elektrofahrzeugen“

 ...öffentliche Ladesäulen in Wuppertal und darüber hinaus

...Links zu interessanten Webauftritten: